Kostenauswirkung-Rechner

Verstehe, wie sich verschiedene Gebühren und Kosten langfristig auf deine Geldanlage auswirken. Selbst kleine Unterschiede in den Kosten können über Jahre hinweg erhebliche Auswirkungen haben.

Kostenauswirkung-Rechner

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Wertentwicklung im Vergleich

Kostenaufstellung

Wichtiger Hinweis: Diese Berechnung dient nur der Veranschaulichung und stellt eine vereinfachte Darstellung dar.

• Die tatsächlichen Kosten können je nach Anbieter und Produkt variieren

• Performance Fees werden in der Realität oft komplexer berechnet (High-Water-Mark, Hurdle Rate)

• Steuerliche Aspekte und Inflation sind nicht berücksichtigt

Mit dem Kostenauswirkung-Rechner machst du sichtbar, was Versicherungen, Banken und Fondsanbieter selten freiwillig zeigen: Wie viel Vermögen dich laufende Gebühren über Jahrzehnte tatsächlich kosten. Schon scheinbar harmlose 1,5 % Verwaltungskosten können bei 30 Jahren Anlagezeitraum die Hälfte deines möglichen Endvermögens auffressen. Vergleiche verschiedene Kostenszenarien und triff fundierte Entscheidungen für deine Geldanlage.

Warum Kosten der wichtigste Renditefaktor sind

Renditen kannst du nicht steuern – Kosten schon. Die Kapitalmarktforschung zeigt seit Jahrzehnten dasselbe Bild: Niedrige Kosten sind der zuverlässigste Prediktor für künftige Performance. Während aktive Fondsmanager im Schnitt den Markt nicht schlagen, sind hohe Gebühren nahezu garantiert.

Der Effekt ist so gravierend, weil Kosten jedes Jahr auf das gesamte Kapital wirken – nicht nur auf den Gewinn. Ein 1 % höherer Kostensatz bedeutet bei 30 Jahren Laufzeit oft 25–30 % weniger Endvermögen. Die Studie von Vanguard-Gründer John Bogle nennt das treffend „Tyranny of Compounding Costs“.

Welche Kosten gibt es?

Bei klassischen Geldanlagen kannst du auf folgende Kosten stoßen:

  • Ausgabeaufschlag (Agio): Einmalig 0–5 % beim Kauf von Fonds – bei ETFs entfällt dieser meist komplett.
  • TER / Verwaltungsgebühr: Laufende jährliche Kosten. Aktive Fonds 1,5–2,5 %, ETFs 0,07–0,3 %.
  • Performance Fee: Erfolgsgebühr bei manchen aktiven Fonds – meist 10–20 % der Outperformance.
  • Depotgebühr: Pauschale für die Wertpapierverwahrung. Bei modernen Online-Brokern 0 €, bei Filialbanken oft 0,1–0,3 % p. a.
  • Ordergebühr / Spread: Pro Kauf oder Verkauf, je nach Broker 0–10 €.
  • Versicherungsmantel-Kosten: Bei fondsgebundenen Lebens- oder Rentenversicherungen oft 1–2 % zusätzlich auf die Fondskosten.

Die Effektivkosten einer Versicherung können laut Verbraucher­zentrale schnell 3–4 % p. a. erreichen – ein Faktor, der jede sinnvolle Renditeprognose zerstört.

So wirken Kosten mathematisch

Die Kostenwirkung lässt sich auf die effektive Nettorendite reduzieren:

Nettorendite = Bruttorendite − Gesamtkostenquote

Klingt trivial – ist es aber nicht, weil dieser kleine prozentuale Abzug jedes Jahr auf das gesamte gewachsene Kapital wirkt. Bei 30 Jahren Laufzeit kostet 1 % höhere Gebühr also nicht 1 % des Endkapitals, sondern grob 25 %. Genau das macht der Rechner sichtbar.

Beispiel: 200 €/Monat über 30 Jahre

Du sparst 30 Jahre lang 200 €/Monat in einem Aktienfonds bei 7 % Bruttorendite. Drei Kostenszenarien:

  • 0,2 % TER (günstiger Welt-ETF): Endvermögen ca. 233.000 €
  • 1,5 % TER (aktiver Fonds): Endvermögen ca. 184.000 €
  • 2,5 % TER (fondsgebundene Versicherung): Endvermögen ca. 153.000 €

Differenz zwischen ETF und Versicherungsprodukt: ~80.000 € – komplett verlorenes Endvermögen, ohne dass du davon einen Gegenwert siehst. Das entspricht einem Kleinwagen oder einer Anzahlung für eine Immobilie.

Versteckte Kosten erkennen

Viele Kostenarten stehen nicht offen im Produktinformationsblatt. Achte besonders auf:

  • Transaktionskosten innerhalb des Fonds. Werden in der TER nicht erfasst, sondern reduzieren die Performance still.
  • Geld-Brief-Spannen (Spread). Bei wenig liquiden ETFs beim Kauf und Verkauf je 0,2–0,5 %.
  • Abschlusskosten bei Versicherungen. Werden auf die ersten 5 Jahre verteilt – Frühkündigung führt fast immer zu Verlusten.
  • Negative Realzinsen. Tagesgeld unterhalb der Inflation kostet dich real Kaufkraft, auch wenn der Nominalzins positiv aussieht.

So senkst du deine Anlagekosten

  • Welt-ETFs statt aktive Fonds. Spart 1–2 % p. a. – langfristig der größte Hebel überhaupt.
  • Online-Broker statt Filialbank. Trade Republic, Scalable, ING, Comdirect etc. bieten kostenlose Depotführung und günstige (oft kostenlose) Sparpläne.
  • Sparpläne bündeln. Pro Tag/Monat oft 1 € Gebühr – wer 10 ETFs hat, zahlt entsprechend mehr. Konzentriere dich auf 1–3 ETFs.
  • Versicherungsmäntel kritisch prüfen. Riester, Rürup und private Rentenversicherungen sind selten so vorteilhaft, wie ihre Steuerersparnis suggeriert. Nur wer mathematisch nachrechnet, vermeidet Fehlentscheidungen.
  • Buy & Hold statt Trading. Jeder Trade kostet Spread und ggf. Steuern. Wer einmal pro Jahr rebalanced, schlägt aktive Trader langfristig deutlich.

Häufige Fragen

Wie hoch sollten meine Anlagekosten maximal sein?

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Als Faustregel: Die Gesamtkostenquote sollte bei einem Standard-Aktien-ETF unter 0,3 % p. a. liegen. Inklusive Depot, Spread und ggf. Sparplangebühren bleibst du dann real unter 0,5 %. Alles über 1,5 % laufende Kosten ist bei langfristigem Vermögensaufbau schwer zu rechtfertigen.

Was ist die Effektivkostenquote bei Versicherungen?

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Die Reduction in Yield (RIY) zeigt, um wie viel die Rendite durch alle Kosten gemindert wird. Bei vielen fondsgebundenen Renten- und Lebensversicherungen liegt die RIY zwischen 1,5 % und 3 %. Sie muss laut Gesetz im Produktinformationsblatt ausgewiesen werden – ein direkter Vergleich verschiedener Angebote ist über die RIY am ehrlichsten.

Lohnen sich aktive Fonds trotz höherer Kosten?

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Statistisch nein. Studien (z. B. SPIVA) zeigen: Über 15 Jahre schlagen weniger als 10 % aller aktiven Fonds ihren Vergleichsindex nach Kosten. Selbst Fonds, die kurzfristig outperformen, fallen langfristig meist zurück. Wer überdurchschnittliche Renditen will, sollte sich auf günstige Welt-ETFs konzentrieren statt auf den seltenen Fondsmanager-Treffer zu hoffen.

Was bedeutet TER und ist sie aussagekräftig?

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Die Total Expense Ratio ist die wichtigste, aber nicht die einzige Kostenkennzahl. Sie deckt Verwaltung, Depotbank und Lizenzen ab, nicht aber Transaktionskosten innerhalb des Fonds. Aussagekräftiger ist die Tracking Difference: die tatsächliche Abweichung der ETF-Rendite vom Index, sichtbar bei justETF oder extraETF.

Sollte ich eine teure Bestandsanlage auflösen?

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Das hängt davon ab. Realisierst du Gewinne, fallen 25 % Abgeltungssteuer an. Bei einer Restlaufzeit von 20+ Jahren rechnet sich der Wechsel oft trotzdem, weil der Kostenvorteil über die Zeit den Steuerschaden überkompensiert. Bei kurzer Restlaufzeit oder geringer Kostendifferenz lohnt der Tausch meist nicht – ein Vergleich mit dem Rechner bringt Klarheit.