Grundfreibetrag 2026: bis hier zahlst du keine Einkommensteuer
Der Grundfreibetrag steigt 2026 auf rund 12.348 €. Bis zu diesem Einkommen bleibt jeder Euro steuerfrei. Was das bedeutet und für wen es sich besonders auszahlt.
Alexander
Gründer von MyFinance
Inhaltsverzeichnis
Der Grundfreibetrag ist eine der wichtigsten Stellschrauben im deutschen Steuerrecht und gleichzeitig eine der unbekanntesten. Er sorgt dafür, dass ein Teil deines Einkommens grundsätzlich steuerfrei bleibt. 2026 ist er erneut gestiegen. Hier die Details.
Was ist der Grundfreibetrag?
Der Grundfreibetrag ist der Betrag, bis zu dem gar keine Einkommensteuer anfällt. Er soll das Existenzminimum sichern. Das, was man zum Leben mindestens braucht, soll nicht besteuert werden.
Er ist in §32a EStG verankert und wird in der Regel jedes Jahr an die gestiegenen Lebenshaltungskosten angepasst.
| Jahr | Grundfreibetrag (Single) | Verheiratete |
|---|---|---|
| 2024 | 11.784 € | 23.568 € |
| 2025 | 12.096 € | 24.192 € |
| 2026 | ca. 12.348 € | ca. 24.696 € |
Wie der Grundfreibetrag wirkt
Der Grundfreibetrag ist kein „Entweder-oder". Er wirkt bei jedem Steuerzahler, auch bei Spitzenverdienern. Die ersten rund 12.348 € deines zu versteuernden Einkommens bleiben immer steuerfrei. Erst der Euro darüber wird besteuert, und zwar mit einem zunächst niedrigen Eingangssteuersatz von 14 %, der dann progressiv ansteigt.
Das heißt konkret:
- Einkommen unter dem Grundfreibetrag: 0 € Steuer
- Einkommen darüber: Steuer nur auf den übersteigenden Teil, beginnend bei 14 %
Wie sich das auf dein Netto auswirkt, siehst du am besten direkt im Rechner:
Für wen sich der Grundfreibetrag besonders auszahlt
Der höhere Grundfreibetrag entlastet alle Steuerzahler ein wenig. Besonders relevant ist er aber für drei Gruppen.
Studierende und Werkstudenten
Wer im Jahr unter dem Grundfreibetrag verdient, zahlt keine Einkommensteuer. Einbehaltene Lohnsteuer holst du dir über die Steuererklärung komplett zurück.
Minijobber und Nebenverdiener
Auch hier gilt: Solange das zu versteuernde Einkommen unter dem Grundfreibetrag liegt, bleibt es steuerfrei. Mehr zur Verdienstgrenze im Artikel Minijob-Grenze 2026.
Rentner
Renten sind nur teilweise steuerpflichtig. Viele Rentner liegen mit ihrem steuerpflichtigen Anteil unter dem Grundfreibetrag und zahlen daher keine Steuer.
Grundfreibetrag und kalte Progression
Warum steigt der Grundfreibetrag fast jedes Jahr? Das hat mit der kalten Progression zu tun: Wenn die Löhne nur die Inflation ausgleichen, rutschst du trotzdem in einen höheren Steuersatz, ohne real mehr zu haben. Die jährliche Anhebung von Grundfreibetrag und Tarif soll diesen Effekt abmildern.
Wie stark Inflation deine Kaufkraft auffrisst, kannst du im Inflationsrechner durchspielen.
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Häufige Fragen
Wie hoch ist der Grundfreibetrag 2026?
Der Grundfreibetrag 2026 liegt bei rund 12.348 € pro Person. Für zusammenveranlagte Ehepaare verdoppelt er sich auf rund 24.696 €.
Muss ich unter dem Grundfreibetrag eine Steuererklärung machen?
Pflicht ist es meist nicht. Eine freiwillige Steuererklärung lohnt sich aber fast immer, wenn dein Arbeitgeber bereits Lohnsteuer einbehalten hat, denn die bekommst du dann zurück.
Gilt der Grundfreibetrag auch bei hohem Einkommen?
Ja. Der Grundfreibetrag wirkt bei jedem Steuerzahler. Die ersten rund 12.348 € des zu versteuernden Einkommens bleiben immer steuerfrei, erst der Betrag darüber wird besteuert.
Ist der Grundfreibetrag dasselbe wie das Brutto, ab dem ich Steuer zahle?
Nein. Der Grundfreibetrag bezieht sich auf das zu versteuernde Einkommen. Da vom Brutto vorher Werbungskosten und Vorsorgeaufwendungen abgezogen werden, liegt das steuerfreie Brutto etwas höher als 12.348 €.
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Über den Autor
AlexanderGründer von MyFinance
Alexander hat MyFinance gegründet, weil ihm verständliche, ehrliche Finanztools für deutsche Privatanleger gefehlt haben. Er beschäftigt sich seit über zehn Jahren mit Steuern, Geldanlage und Altersvorsorge und schreibt im Ratgeber über genau diese Themen: mit echten Zahlen, aktuellen Werten für das jeweilige Steuerjahr und ohne Verkaufsmaschen. Jeder Artikel wird gegen die offiziellen Rechtsgrundlagen geprüft.
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