Minijob-Grenze 2026: wie viel du steuerfrei verdienen darfst

Die Minijob-Grenze steigt 2026 auf 603 € pro Monat, weil sie an den Mindestlohn gekoppelt ist. Was das für Minijobber und Arbeitgeber bedeutet, mit Rechenbeispielen.

Alexander

Gründer von MyFinance

· 4 min Lesezeit
Inhaltsverzeichnis

Der Minijob ist die beliebteste Form des Nebenverdienstes in Deutschland. Das Praktische daran: Bis zu einer bestimmten Grenze bleibt der Lohn für dich brutto wie netto gleich. Und diese Grenze ist 2026 wieder gestiegen. Hier alle Zahlen.

Die Minijob-Grenze 2026

Seit Oktober 2022 ist die Minijob-Grenze nicht mehr fix, sondern dynamisch: Sie folgt dem gesetzlichen Mindestlohn. Die Formel dahinter:

Minijob-Grenze = Mindestlohn × 130 ÷ 3

Dahinter steckt die Idee, dass ein Minijobber 10 Stunden pro Woche zum Mindestlohn arbeiten können soll, ohne die Grenze zu überschreiten.

Mit dem Mindestlohn von 13,90 € ergibt sich für 2026:

13,90 € × 130 ÷ 3 ≈ 603 € pro Monat

JahrMindestlohnMinijob-Grenze/Monat
202412,41 €538 €
202512,82 €556 €
202613,90 €ca. 603 €

Im Jahr darfst du also 2026 bis zu rund 7.236 € verdienen, ohne dass aus dem Minijob ein sozialversicherungspflichtiger Job wird.

Was du als Minijobber zahlst (und was nicht)

Der große Vorteil des Minijobs: Für dich ist der Verdienst fast komplett abgabenfrei.

  • Keine Lohnsteuer, der Arbeitgeber zahlt eine Pauschale von 2 %
  • Keine Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung für dich
  • Rentenversicherung: Hier bist du grundsätzlich pflichtig, kannst dich aber befreien lassen. Dein Eigenanteil liegt bei 3,6 % des Lohns.

Über der Grenze: der Midijob

Verdienst du mehr als 603 €, bist du kein Minijobber mehr, sondern landest im Midijob, dem sogenannten Übergangsbereich. Der reicht 2026 von der Minijob-Grenze bis 2.000 € pro Monat.

Im Midijob zahlst du reduzierte Sozialabgaben, die mit steigendem Lohn langsam ansteigen. So gibt es keinen harten Sprung, bei dem ein Euro mehr Brutto plötzlich deutlich weniger Netto bedeutet.

Wie viel netto bei einem regulären Gehalt übrig bleibt, kannst du im Brutto-Netto-Rechner durchspielen:

Minijob neben dem Hauptjob

Auch das ist möglich, mit einer wichtigen Regel:

  • Ein Minijob neben einem sozialversicherungspflichtigen Hauptjob ist abgabenfrei (für dich).
  • Ein zweiter Minijob wird mit dem Hauptjob zusammengerechnet und damit sozialversicherungspflichtig.

Wenn du planst, mit mehreren Jobs dein Monatsbudget aufzubessern, hilft dir der Haushaltsbudget-Rechner, Einnahmen und Ausgaben gegenüberzustellen.

Was du 2026 beachten solltest

  1. Stundenzahl anpassen. Steigt der Mindestlohn, steigt auch die Grenze. Wenn dein Stundenlohn höher ist, musst du eventuell Stunden reduzieren, um unter 603 € zu bleiben.
  2. Jahresgrenze im Blick behalten. Entscheidend ist der Durchschnitt von rund 7.236 € im Jahr.
  3. Rentenbefreiung bewusst entscheiden. Einmal befreit, gilt das für die Dauer des Minijobs.

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Häufige Fragen

Wie hoch ist die Minijob-Grenze 2026?

Sie liegt 2026 bei rund 603 € pro Monat. Die Grenze ergibt sich aus dem Mindestlohn von 13,90 € über die Formel Mindestlohn × 130 ÷ 3.

Muss ich als Minijobber Steuern zahlen?

In der Regel nicht. Der Arbeitgeber führt meist eine Pauschalsteuer von 2 % ab, sodass der Verdienst für dich steuerfrei bleibt. Lohnsteuer nach deiner Steuerklasse fällt nur an, wenn der Arbeitgeber nicht pauschal versteuert.

Was passiert, wenn ich die Minijob-Grenze überschreite?

Überschreitest du dauerhaft 603 €/Monat, wird aus dem Minijob ein sozialversicherungspflichtiger Midijob. Ein unvorhergesehenes Überschreiten in bis zu zwei Monaten pro Jahr ist erlaubt.

Kann ich mehrere Minijobs gleichzeitig haben?

Ja, aber die Verdienste aller Minijobs werden zusammengerechnet. Übersteigt die Summe 603 €/Monat, sind alle Jobs zusammen sozialversicherungspflichtig. Neben einem Hauptjob bleibt nur ein Minijob abgabenfrei.

Bekomme ich als Minijobber Rentenansprüche?

Ja, wenn du in der Rentenversicherung bleibst (Standard). Du zahlst dann 3,6 % Eigenanteil und sammelst Rentenansprüche. Du kannst dich auf Antrag befreien lassen, verzichtest dann aber auf diese Ansprüche.

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Über den Autor

Alexander

Gründer von MyFinance

Alexander hat MyFinance gegründet, weil ihm verständliche, ehrliche Finanztools für deutsche Privatanleger gefehlt haben. Er beschäftigt sich seit über zehn Jahren mit Steuern, Geldanlage und Altersvorsorge und schreibt im Ratgeber über genau diese Themen: mit echten Zahlen, aktuellen Werten für das jeweilige Steuerjahr und ohne Verkaufsmaschen. Jeder Artikel wird gegen die offiziellen Rechtsgrundlagen geprüft.

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