Warum die Gesamtsteuerlast wichtig ist
Wenn du in Deutschland 50.000 € Brutto verdienst, kostet dich dein Arbeitgeber tatsächlich rund 60.000 € — der Differenzbetrag sind die Arbeitgeber- Sozialabgaben (RV, KV, AV, PV, Unfall- und Insolvenzgeldumlage). Dieses Geld fließt nicht in deine Tasche, prägt aber dein Brutto-Niveau, weil dein Arbeitgeber es in seine Personalkostenkalkulation einrechnet. Wer die Abgabenlast eines Landes ehrlich messen will, muss vom Arbeitgeberbrutto ausgehen — genau das macht die OECD jährlich mit ihrem Tax-Wedge-Index.
Hinzu kommt die Mehrwertsteuer: Von jedem Euro, den du im Laden ausgibst, gehen 16 % (bei 19 % MwSt) bzw. 6,5 % (bei 7 % ermäßigt) als Steuer ab. Wer Dienstleistungen bezahlt — Handwerker, Friseur, Restaurant — finanziert zusätzlich die SV-Beiträge der dort Beschäftigten mit. Diese Effekte zusammenzählen ergibt eine deutlich höhere Abgabenquote als die übliche „Steuern + AN-SV"-Sicht.