Finanz-Gesundheits-Check

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Wie viele Monatsausgaben hast du als Notgroschen zurückgelegt?

Keinen Notgroschen
Weniger als 1 Monatsausgabe
1-2 Monatsausgaben
3-6 Monatsausgaben
Mehr als 6 Monatsausgaben

Wie eine medizinische Vorsorgeuntersuchung prüft der Finanz-Gesundheits-Check alle relevanten Bereiche deiner Finanzen: Notgroschen, Verschuldung, Sparquote, Vermögensaufbau, Versicherungsschutz und Altersvorsorge. Du bekommst einen Überblick, wo du gut aufgestellt bist – und wo dringender Handlungsbedarf besteht. Anschließend kannst du gezielt mit unseren spezialisierten Rechnern weiterarbeiten.

Was bedeutet finanzielle Gesundheit?

Finanzielle Gesundheit ist mehr als „viel Geld haben“. Sie beschreibt einen Zustand, in dem deine kurzfristige Liquidität gesichert ist (Notgroschen, keine ungeordneten Schulden), du langfristig Vermögen aufbaust und gegen die wichtigsten Lebensrisiken abgesichert bist.

Die Consumer Financial Protection Bureau (CFPB) definiert vier Säulen: Kontrolle über tägliche Finanzen, Kapazität für Schocks, Spielraum für Lebensentscheidungen und Wege zu finanziellen Zielen. Wer in allen vier Bereichen solide aufgestellt ist, gilt als finanziell gesund – unabhängig vom absoluten Vermögen.

Wie funktioniert der Finanz-Gesundheits-Check?

Der Check bewertet sechs Bereiche mit klaren Schwellenwerten:

  • Notgroschen: Mindestens 3 Monatsausgaben verfügbar?
  • Schuldenquote: Wie hoch ist die monatliche Tilgungslast im Verhältnis zum Einkommen? Über 36 % gilt als kritisch.
  • Sparquote: Wie viel vom Netto bleibt monatlich übrig? Idealerweise 15–20 %.
  • Vermögensaufbau: Wird systematisch in Aktien/ETFs investiert?
  • Versicherungsschutz: Sind die existenzbedrohenden Risiken (Haftpflicht, Berufsunfähigkeit, Krankheit) abgesichert?
  • Altersvorsorge: Wird die Rentenlücke aktiv geschlossen?

Aus deinen Angaben errechnet der Check einen Gesundheits-Score und zeigt dir je Bereich eine Bewertung. Die schwächsten Bereiche werden mit konkreten Handlungsempfehlungen markiert.

Die Finanz-Pyramide: Reihenfolge ist alles

Die meisten Menschen machen Fehler nicht bei der Auswahl der Produkte, sondern bei der Reihenfolge. Eine bewährte Pyramide lautet:

  1. Existenzielle Versicherungen: Haftpflicht (Pflicht!), Berufsunfähigkeit, ggf. Risiko-Lebensversicherung mit Familie.
  2. Notgroschen: 3–6 Monatsausgaben auf Tagesgeld.
  3. Hochverzinste Schulden tilgen: Dispo, Kreditkarten, Konsumkredite – garantierte „Rendite“ über dem Kreditzins.
  4. Vermögensaufbau: ETF-Sparplan, langfristig diversifiziert.
  5. Optimierung: Steueroptimierung, Immobilien, Spezialthemen.

Wer den ETF-Sparplan startet, bevor der Notgroschen steht, riskiert, in der nächsten Krise zu Tiefstkursen verkaufen zu müssen. Wer Riester abschließt, bevor die Berufsunfähigkeitsversicherung steht, schützt sich gegen das falsche Risiko.

Die wichtigsten Finanz-Kennzahlen

Um deine finanzielle Gesundheit zu messen, helfen vier Kennzahlen:

  • Sparquote = (Einnahmen − Ausgaben) / Einnahmen. Ziel: ≥ 15 %.
  • Schuldenquote = monatliche Tilgung / Nettoeinkommen. Ziel: ≤ 36 % (inkl. Wohnen) bzw. ≤ 10 % ohne Wohnen.
  • Liquiditätsreserve = verfügbares Cash / monatliche Ausgaben. Ziel: 3–6.
  • Investmentquote = produktiv investiertes Vermögen / Gesamtvermögen. Ziel mit zunehmendem Alter: stetig steigen lassen, mindestens 50 % ab 30.

Rote Flaggen: Wenn dringender Handlungsbedarf besteht

  • Dispo-Nutzung > 3 Monate. Mit 10–14 % Zinsen frisst der Dispo deinen Vermögensaufbau auf. Sofort umschulden auf einen günstigeren Ratenkredit oder konsequent abbauen.
  • Keine Berufsunfähigkeitsversicherung. Statistisch wird jeder Vierte vor Renteneintritt berufsunfähig. Ohne Schutz droht der Absturz auf Erwerbsminderungsrente von oft unter 1.000 €.
  • Keine Sparrate. Wer Monat für Monat bei null landet, hat ein Ausgabenproblem oder ein Einkommensproblem – beides muss aktiv adressiert werden.
  • Vermögen nur auf dem Girokonto. Inflation frisst Kaufkraft, ohne dass du es merkst. Ab 1.000 € über dem Notgroschen sollte produktiv investiert werden.
  • Keine Übersicht. Wer nicht weiß, was reinkommt und rausgeht, kann nichts steuern. Hier zuerst ansetzen.

Grüne Flaggen: Du bist auf einem guten Weg

  • Notgroschen von 3–6 Monatsausgaben steht auf separatem Konto.
  • Sparquote ≥ 15 % läuft automatisiert (Dauerauftrag, ETF-Sparplan).
  • Existenzielle Versicherungen sind abgeschlossen, andere sind bewusst nicht.
  • Keine Konsumschulden, ggf. nur Immobilienkredit zu marktüblichen Zinsen.
  • Du kennst deine Rentenlücke – und arbeitest aktiv an ihrer Schließung.

Häufige Fragen

Wann ist man finanziell „gesund“?

+
Wenn du kurz-, mittel- und langfristig handlungsfähig bist: kurzfristig durch einen Notgroschen, mittelfristig durch eine positive Sparquote und tilgbare Schulden, langfristig durch systematischen Vermögensaufbau. Der absolute Vermögensbetrag ist dabei zweitrangig – ein Mittzwanziger mit 5.000 € Notgroschen und 300 €/Monat im ETF-Sparplan ist gesünder als ein Gutverdiener mit 100.000 € Schulden.

Wo fange ich bei null an?

+
Klassische Reihenfolge: 1) Haftpflicht abschließen (jährlich ~50 €, schützt vor Existenzrisiko). 2) Drei Monate Ausgaben tracken, um den Status quo zu kennen. 3) Notgroschen aufbauen, mindestens 1.000 € schnell, dann sukzessive auf 3 Monatsausgaben. 4) Ggf. Konsumschulden tilgen. 5) Erst dann ETF-Sparplan starten.

Welche Versicherungen brauche ich wirklich?

+
Pflicht: Privathaftpflicht, Krankenversicherung. Sehr wichtig: Berufsunfähigkeit (besonders für junge Berufstätige). Sinnvoll mit Familie: Risiko-Lebensversicherung. Bei Auto: Kfz-Haftpflicht (Pflicht), evtl. Kasko bei jungem Auto. Verzichtbar: Handyversicherung, Reise­rück­tritt (außer bei teuren Reisen), Brillenversicherung, Sterbegeldversicherung, Glasversicherung.

Ist eine Beratung beim Bankberater oder Vermittler sinnvoll?

+
Mit Vorsicht. Klassische Bank- und Versicherungsberater werden auf Provisionsbasis bezahlt – ihre Empfehlung ist oft nicht im Sinne des Kunden, sondern des Anbieters. Honorarberater (vom Kunden direkt bezahlt) sind unabhängig, aber entsprechend kostenpflichtig. Für Standardthemen (ETF-Sparplan, Versicherungs­checkup) reichen Verbraucherzentrale, Stiftung Warentest und gute Online-Ressourcen.

Wie oft sollte ich meinen Finanz-Check wiederholen?

+
Mindestens einmal pro Jahr, idealerweise zum Jahreswechsel. Zusätzlich bei Lebensereignissen: Jobwechsel, Heirat, Geburt eines Kindes, Hauskauf, Erbschaft. Der jährliche Check dauert mit guter Datenbasis 30–60 Minuten und schützt zuverlässig vor schleichendem Drift in finanzielle Schieflage.