Frühstart-Rente: 10 € im Monat vom Staat für dein Kind
Die geplante Frühstart-Rente soll Kindern ab 6 Jahren monatlich 10 € vom Staat in ein Vorsorgedepot zahlen. Wie das Modell funktioniert und was über Jahrzehnte daraus werden kann.
Alexander
Gründer von MyFinance
Inhaltsverzeichnis
Die Idee klingt simpel: Jedes Kind soll früh ein eigenes kleines Altersvorsorge-Depot bekommen, finanziert vom Staat. Das ist der Kern der geplanten Frühstart-Rente. Hier erklären wir, wie das Modell funktionieren soll und was über die lange Laufzeit daraus werden kann.
Was die Frühstart-Rente vorsieht
Das Grundkonzept nach den bisher bekannten Plänen:
- Kinder von 6 bis 18 Jahren erhalten 10 € pro Monat vom Staat.
- Das Geld fließt in ein individuelles, kapitalgedecktes Vorsorgedepot, angelegt am Kapitalmarkt, also nicht ins Umlageverfahren der gesetzlichen Rente.
- Das Kapital ist gebunden bis zum Renteneintritt, es soll also nicht zwischendurch entnommen werden können.
- Ab dem 18. Lebensjahr sollen eigene Einzahlungen möglich sein, die steuerlich gefördert werden.
Das Ziel: Jeder Mensch soll schon mit dem Berufseinstieg ein kleines, über Jahre gewachsenes Vorsorge-Polster besitzen und früh lernen, wie langfristige Geldanlage funktioniert.
Warum der frühe Start so viel ausmacht
Der eigentliche Hebel ist nicht die Höhe der 10 €, es ist die Zeit. Geld, das mit 6 Jahren angelegt wird, hat bis zum Renteneintritt rund 60 Jahre Zeit zu wachsen.
Rechnen wir den staatlichen Anteil einmal beispielhaft durch: 10 €/Monat über 12 Jahre (von 6 bis 18), danach unangetastet liegen gelassen bis 67:
| Phase | Annahme | Ergebnis (ca., 6 % p.a.) |
|---|---|---|
| Einzahlphase 6 bis 18 | 10 €/Monat, 12 Jahre | ca. 2.100 € mit 18 |
| Ruhephase 18 bis 67 | keine Einzahlung, nur Wachstum | ca. 36.000 € mit 67 |
Aus rund 1.440 € staatlichem Geld kann über die lange Laufzeit ein fünfstelliger Betrag werden, allein durch den Zinseszins. Probier verschiedene Renditen und Laufzeiten selbst durch:
Was das für Eltern bedeutet
Auch wenn die Details noch offen sind, lässt sich eine Sache schon sagen: Die Frühstart-Rente ersetzt keine vollständige Altersvorsorge. 10 €/Monat sind ein Anstoß, kein Komplettpaket.
Eltern, die ihren Kindern einen echten Vorsprung verschaffen wollen, kombinieren das staatliche Modell oft mit einem eigenen Sparplan fürs Kind. Schon 25 bis 50 €/Monat zusätzlich verändern das Endergebnis erheblich, wegen derselben langen Laufzeit.
Wie groß die spätere Versorgungslücke überhaupt ausfällt, kannst du mit dem Renten-Gap-Rechner abschätzen. Mehr dazu im Artikel Rentenlücke berechnen.
Was du jetzt tun kannst
- Gesetzgebung beobachten. Sobald die Frühstart-Rente final geregelt ist, sind eventuell Anmeldeschritte nötig. Wir aktualisieren diesen Artikel.
- Nicht auf den Staat warten. Wer schon heute für ein Kind spart, nutzt die wertvollste Ressource: Zeit.
- Früh über Geld sprechen. Der pädagogische Wert eines eigenen Depots ist mindestens so groß wie der finanzielle.
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Häufige Fragen
Ab wann gibt es die Frühstart-Rente?
Ein verbindliches Startdatum stand zum Zeitpunkt dieses Artikels noch nicht endgültig fest. Die Frühstart-Rente ist als politisches Vorhaben angekündigt, die genaue gesetzliche Ausgestaltung war noch in Arbeit.
Wie viel zahlt der Staat bei der Frühstart-Rente?
Nach den bisher bekannten Plänen 10 € pro Monat für Kinder im Alter von 6 bis 18 Jahren. Das Geld fließt in ein kapitalgedecktes Vorsorgedepot, das bis zum Renteneintritt gebunden bleibt.
Kann man zusätzlich selbst einzahlen?
Geplant ist, dass ab Volljährigkeit eigene, steuerlich geförderte Einzahlungen in das Depot möglich sind. Die genauen Förderkonditionen waren bei Erscheinen dieses Artikels noch nicht final geregelt.
Ersetzt die Frühstart-Rente die gesetzliche Rente?
Nein. Die Frühstart-Rente ist eine ergänzende, kapitalgedeckte Komponente. Mit 10 €/Monat baut sie kein vollständiges Alterseinkommen auf, sie soll einen frühen Grundstock und einen Lerneffekt schaffen.
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Über den Autor
AlexanderGründer von MyFinance
Alexander hat MyFinance gegründet, weil ihm verständliche, ehrliche Finanztools für deutsche Privatanleger gefehlt haben. Er beschäftigt sich seit über zehn Jahren mit Steuern, Geldanlage und Altersvorsorge und schreibt im Ratgeber über genau diese Themen: mit echten Zahlen, aktuellen Werten für das jeweilige Steuerjahr und ohne Verkaufsmaschen. Jeder Artikel wird gegen die offiziellen Rechtsgrundlagen geprüft.
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