50-30-20-Regel: dein Gehalt einfach aufteilen
Die 50-30-20-Regel teilt dein Netto in Bedürfnisse, Wünsche und Sparen. Wie die Faustformel funktioniert, ein Rechenbeispiel und wann du sie anpassen solltest.
Alexander
Gründer von MyFinance
Inhaltsverzeichnis
Die meisten Menschen wissen am Monatsende nicht genau, wohin ihr Geld geflossen ist. Die 50-30-20-Regel ist die einfachste Methode, das zu ändern: drei Töpfe, klare Prozente, fertig. Hier, wie sie funktioniert.
Die drei Töpfe
Die Regel teilt dein monatliches Netto in drei Teile.
50 % für Bedürfnisse
Alles, was du wirklich brauchst und was schwer kurzfristig kürzbar ist:
- Miete oder Kreditrate
- Nebenkosten, Strom, Internet
- Lebensmittel (das Nötige, nicht das Restaurant)
- Versicherungen, Mobilität zur Arbeit, Gesundheit
30 % für Wünsche
Alles, was das Leben schön macht, aber verzichtbar wäre:
- Restaurants, Lieferdienste, Cafés
- Streaming, Abos, Hobbys
- Reisen, Shopping, Ausgehen
20 % für Sparen und Schulden
Der Topf, der dich finanziell voranbringt:
- Notgroschen aufbauen
- Schulden über das Minimum hinaus tilgen
- ETF-Sparplan und Altersvorsorge
Rechenbeispiel
Bei einem Netto von 2.500 € im Monat:
| Topf | Anteil | Betrag |
|---|---|---|
| Bedürfnisse | 50 % | 1.250 € |
| Wünsche | 30 % | 750 € |
| Sparen / Schulden | 20 % | 500 € |
500 € pro Monat sparen klingt viel, ist aber genau der Punkt: Die Regel macht das Sparen zur festen Größe, nicht zum Rest, der zufällig übrig bleibt.
Warum gerade diese Aufteilung wirkt
Der eigentliche Trick ist nicht die genaue Prozentzahl, sondern das Prinzip Pay yourself first: Die 20 % wandern direkt nach dem Gehaltseingang in den Spar-Topf, bevor du sie ausgeben kannst. Was im Wünsche-Topf landet, darfst du dagegen mit gutem Gewissen ausgeben, das ist eingeplant.
Was aus konsequent gesparten 20 % über die Jahre wird, zeigt der Sparplanrechner:
Wann du die Regel anpassen solltest
Die 50-30-20-Regel stammt ursprünglich aus den USA und passt nicht überall 1:1. Pass sie an, wenn deine Situation es verlangt:
- Niedriges Einkommen: Wenn die Bedürfnisse mehr als 50 % brauchen, ist das kein Versagen. Dann ist schon ein kleinerer Spar-Topf ein Erfolg, Hauptsache, er ist nicht null.
- Hohes Einkommen: Wer viel verdient, sollte die Sparquote nach oben schrauben. 30-20-50 oder mehr beschleunigt den Vermögensaufbau enorm.
- Mit Schulden: Solange teure Konsumschulden laufen, hat ihre Tilgung Vorrang vor dem Investieren.
So setzt du die Regel um
- Netto ermitteln: Was kommt monatlich wirklich rein?
- Ausgaben einordnen: Einen Monat lang alles den drei Töpfen zuordnen. Der Haushaltsbudget-Rechner hilft dabei.
- Spar-Topf automatisieren: Dauerauftrag direkt nach Gehaltseingang auf ein separates Konto oder in den Sparplan.
- Nach 3 Monaten prüfen: Stimmt die Aufteilung? Wenn nicht, Prozente realistisch anpassen.
Wie schon kleine Beträge wachsen, liest du im Artikel 100 € im Monat anlegen.
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Häufige Fragen
Was ist die 50-30-20-Regel?
Eine Budget-Faustformel: 50 % des Netto-Einkommens für Bedürfnisse, 30 % für Wünsche, 20 % für Sparen und Schuldentilgung. Sie macht Budgetieren einfach und das Sparen zur festen Größe.
Bezieht sich die Regel auf Brutto oder Netto?
Auf das Netto-Einkommen, also das, was tatsächlich auf dem Konto landet. Mit dem Brutto zu rechnen würde die verfügbaren Beträge stark überschätzen.
Was, wenn 50 % für die Fixkosten nicht reichen?
Das ist in teuren Städten oder bei niedrigem Einkommen normal. Dann passt du die Aufteilung an, etwa auf 60-25-15. Wichtig ist, dass der Spar-Topf nicht ganz wegfällt, auch ein kleiner Betrag zählt.
Wohin mit den 20 Prozent zum Sparen?
Zuerst einen Notgroschen von etwa drei Netto-Monatsgehältern auf einem Tagesgeldkonto aufbauen. Danach fließt der Spar-Topf in den langfristigen Vermögensaufbau, etwa einen ETF-Sparplan. Laufen teure Schulden, haben die Vorrang.
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Über den Autor
AlexanderGründer von MyFinance
Alexander hat MyFinance gegründet, weil ihm verständliche, ehrliche Finanztools für deutsche Privatanleger gefehlt haben. Er beschäftigt sich seit über zehn Jahren mit Steuern, Geldanlage und Altersvorsorge und schreibt im Ratgeber über genau diese Themen: mit echten Zahlen, aktuellen Werten für das jeweilige Steuerjahr und ohne Verkaufsmaschen. Jeder Artikel wird gegen die offiziellen Rechtsgrundlagen geprüft.
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